Losung für Montag, 30. März 2020

Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jeremia 8,4

/Jesus spricht:/ Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Johannes 6,37

© Evangelische Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine
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Kirchengemeinde Bredstedt

Wöchentliche Andachten för tohuus


Andacht zum 29. März 2020

 

 

Andacht för tohuus – Sonntag Judika, 29. März 2020

 

Der Friede de Herrn sei mit euch allen! Amen

Wir feiern gemeinsam Gottesdienst – wenn auch an verschiedenen Orten. Ihr feiert zuhause, allein für sich oder mit der Familie.

Für jeden Sonntag wird es jetzt eine „Andacht för tohuus“ geben. Wir singen und beten miteinander, an verschiedenen Orten und zugleich verbunden durch unseren Glauben.

Im Namen des Vaters und es Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 

Lied Evangelisches Gesangbuch (=EG) 621 Kumbaya

 

Wir lesen gemeinsam den Psalm 43 EG 724

 

Gebet

Lieber himmlischer Vater,

 

unser Herz schlägt oft voller Unruhe in uns.

So vieles macht uns Angst.

So vieles erscheint nun unsicher.

Sei uns nahe.

Bring unser Herz zu Ruhe.

Und öffne es für dein gutes Wort,

das uns trösten und Mut machen will.

Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn. Amen

 

Predigt

 

Liebe Schwestern und Brüder,

 

ein Wort aus dem Psalm 43 berührt mich besonders: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ Dieses Wort passt in diese Tage. Vor einiger Zeit war der Corona-Virus weit, weit weg. Nun ist der Virus ganz nahe bei uns. Und innerhalb weniger Tage hat sich unser ganzes Leben verändert. Nun halten wir Abstand zueinander. Wir gehen nur noch selten raus. Wohl denen, die einen Garten und ein großes Haus haben. Wie ist es für die, die in einer kleinen Wohnung mit der ganzen Familie sein müssen? Wenn ich mit Menschen aus der Gemeinde spreche, meistens beim Einkaufen, dann geht es oft um dies Frage: „Was kommt noch auf uns zu? Was passiert als nächstes?“ Ich kann diese Sorgen und Fragen gut verstehen. Deine Seele ist nicht mehr hell und froh. Sie ist betrübt und voller dunkler Sorgen. Und diese Sorgen machen dich unruhig. Ein unruhiges Herz aber ist nicht gut. Denn es schlägt schnell, es lässt dich nachts nicht schlafen und trommelt in deiner Brust, es hindert dich daran, die Freuden zu sehen, die doch jetzt auch da sind. „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ Du kennst die Antwort. Es sind die Sorgen und die Ungewissheit, die dich quälen. Es wäre schlimm, wenn du mit diesen Sorgen alleine bleiben müsstest und niemand hättest, der dich tröstet.

 

Aber wir glauben ja an einen Gott, der bei uns ist. Er ist nicht weit weg, fern von uns uns,ohne jedes Interesse, wie es uns geht. Ganz im Gegenteil! Wir Christen gehen in diesen Wochen den Weg Jesu ans Kreuz nach. Er führt durch Verzweiflung, durch Dunkelheit und Verrat. Jesus weiß, wie es ist, wenn die Seele betrübt ist. Gott ist umgeben von strahlendem , hellen Licht. Aber dieses Licht dringt nicht in seine Herz hinein. Die Sorgen und die Angst sind wie eine Mauer, die alles Licht abwehrt. Darum kennt Jesus auch deine Angst und die Sorgen, die dein Herz jetzt quälen. Aber trotz allem geht Jesus seine Weg weiter. Denn selbst in seiner Angst vertraut er auf Gott. Und Jesus kennt auch den Psalm 43. Denn nach der bangen Frage „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?“ kommt der große Trost: „Harre auf Gott; den ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist!“ Warte auf Gott. Vertrau auch in deiner schweren Zeit auf ihn. Er wird dir helfen. Er ist doch immer nur ein Gebet weit entfernt von dir. Noch versperren dir die Sorgen den Blick, und doch: Gott ist schon längst an deiner Seite, sowie er es immer war. Er wird dein Herz zur Ruhe bringen. Er wird dich trösten. Denn wenn er an deiner Seite geht, dann kannst du jeden Weg schaffen – selbst dann, wenn du das Ende noch nicht siehst.

Liebe Schwestern und Brüder, auch ich weiß nicht, wie lange die Corona-Pandemie unser Leben weiter bestimmen wird. Aber ich vertraue in allem,was kommt, auf Gott. Gott bringe eure Herzen zur Ruhe. Er schenke euch allen Geduld und Zuversicht. Nichts kann uns von Gottes Liebe trennen, auch nicht dieser Virus, auch nicht die Angst und die Sorgen. Denn seine Liebe ist größer und stärker.

Amen

 

 

Lied EG 361, 1-4

 

Gebet

Herr, unser Gott,

wir kommen vor dich mir unseren Sorgen, unseren Fragen, unseren Bitten.

 

Wir bitten dich darum voller Vertrauen für alle, die wir lieben,

für alle, mit denen wir in Freundschaft verbunden sind.

Bewahre sie unter deinem Segen.

Wir bitten für alle, die krank sind und sich mit Sorgen quälen.

Tröste sie

Wir bitten dich für alle Ärzte und Ärztinnen, für alle Pflegekräfte: Gib ihnen Hoffnung für ihr Tun. Stärke sie.

Und gib ihnen ein festes Herz bei allem, was sie tun.

 

Wir bitten dich für die Frauen und Männer, die Einscheidungen treffen,

in unserer Stadt, in unserem Land, für unser Volk:

Segne sie.

Lass sie das Nötige mit Klarheit und Augenmaß tun.

Und gib ihnen Weisheit und Ruhe bei allem, was auf sie eindringt.

 

In der Stille sagen wir dir, was wir noch auf dem Herzen haben.

(wir werden still vor Gott)

 

Wir danken dir. Zu dir dürfen wir kommen, wie immer es uns geht.

 

In diesem Vertrauen beten wir, wie Jesus Christus es uns gelehrt hat:

 

Vater unser ,

der du bist im Himmel …

 

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Amen

 


Pastor Peter Schuchardt